Altersvorsorge ja, aber wie?
Für das Alter vorzusorgen ist für viele Menschen schon eine Selbstverständlichkeit. Die Rentenlücke in der gesetzlichen Rentenversicherung ist schon von den meisten Menschen erkannt worden. Immer weniger junge Leute im arbeitsfähigen Alter und immer mehr ältere Leute, die durch den medizinischen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen eine immer höhere Lebenserwartung erreichen sind die Ursache dafür. Die Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung sinken dramatisch, gemessen an den in der Zukunft zu erbringenden Altersrenten. Hinzu kommt noch, dass die Altersrenten ab 2005 zu versteuern sind, da bleibt dem Rentner immer weniger Geld übrig.
Fazit: Man muß etwas tun, sonst ist die Altersarmut vorprogrammiert und man ist im Alter auf Sozialleistungen angewiesen (wenn die dann noch finanzierbar sind!). Aber was kann oder muß man tun? Es gibt so viele Möglichkeiten, aber welche ist die richtige? Die Beantwortung dieser Fragen ist sicher nicht einfach, aber es sei Jedem empfohlen sich mit dem Thema Altersvorsorge regelmäßig und ernsthaft auseinanderzusetzen. Aber wie geht man da vor?
Hierbei sollte man sich als erstes die Fragen stellen: Wie ist meine derzeitige Situation? Was ist mir für die Zukunft wichtig und was möchte ich erreichen im Leben? Welchen Betrag möchte (oder kann) ich für meine Altersvorsorge im Moment und voraussichtlich in der Zukunft aufwenden?
In Abhängigkeit vom Personenkreis (Arbeitnehmer, Selbständiger, Freiberufler, Beamter, Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH etc.) hat der Staat zahlreiche Voraussetzungen geschaffen, um Unterstützungsmaßnahmen zur Finanzierung der Altersvorsorge zur Verfügung zu stellen. So ist für Arbeitnehmer und Beamte zu empfehlen für die Altersvorsorge eine Riester-Rente abzuschließen. Diese hat eine sehr hohe staatliche Förderquote bei einkommensabhängigen Beiträgen für volle Zulagen. Es gibt staatliche Zulagen und die Beiträge sind bis zu 2.100 EUR pro Jahr voll steuerlich absetzbar. Als Ergänzung der Altersvorsorge ist für Arbeitnehmer die Betriebsrente oder betriebliche Altersvorsorge (BAV) eine vernünftige Lösung. Dabei ist eine Direktversicherung, welche steuer- und sozialabgabenfreie Beiträge über den Arbeitgeber in eine Rente oder Kapitalleistung bei Altersrentenbeginn umwandelt zu empfehlen.
Selbständige (außer Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH) und Freiberufler können die betriebliche Altersvorsorge nicht nutzen, und die Riester-Rente nur, wenn der Partner einen Riester-Renten-Vertrag hat. Für sie bleibt als staatlich geförderte Altersvorsorge nur die Rürup-Rente, bei welcher in 2010 die Beiträge zu 70% steuerlich abzugsfähig sind, bis 2025 zu 100%.
Die Altersvorsorge nur auf diese Lösungen zu beschränken, wäre sicher nicht sehr sinnvoll, zumal man ja auch noch andere Möglichkeiten hat. Zum Beispiel ist selbstgenutzter Wohnraum in Form einer Immobilie oder Eigentumswohnung als weitere Form der Altersvorsorge sehr sinnvoll. Da spart man im Alter schon die Mietkosten und hat gegebenenfalls noch zusätzliche Mieteinnahmen, wenn man einen Teil des Wohnraumes vermietet oder verpachtet.
Sinnvoll als Ergänzung der Altersvorsorge sind auch langfristige Kapitalanlagen in Form von Aktien oder Aktienfonds. Dabei ist auf eine möglichst breite Risikostreuung und auf die rechtzeitige Kapitalsicherung in Form eines Ablaufmanagements vor Auszahlung des angesparten Kapitals zu achten. Hier bieten sich fondsgebundene Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht an, weil die Abgeltungssteuer damit umgangen werden kann und man trotzdem an der Entwicklung des Aktienfonds beteiligt ist. Viele dieser Versicherungen bieten ein automatisches Ablaufmanagement an, sodass man sich darum nicht selbst kümmern muß. Man sollte bei Abschluss einer solchen Versicherung als Altersvorsorge unbedingt auf eine solche Option achten, wenn einem das wichtig ist.
Das Sparbuch ist aufgrund geringer Verzinsungen (zur Zeit etwa 1%) für langfristige Geldanlagen für die Altersvorsorge nicht geeignet. Ebenso sind Tagesgeld-Anlagen eher für kurzfristige “Zwischenlösungen” geeignet (Verzinsung momentan etwa 2% bis 2,5%), Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Inflationsrate in der Vergangenheit bei etwa 3% lag, versteht es sich von selbst, dass bei diesen niedrigen Verzinsungen der Wert des eingezahlten Geldes auf Dauer abnimmt. Ebenso macht es wenig Sinn sich als Altersvorsorge “das Geld unters Kopfkissen zu legen”, wie manche vorschlagen. Zum Schluß bleibt noch zu erwähnen, dass auch Edelmetalle zur passenden Zeit erworben, sicher eine Form der Altersvorsorge darstellen. Sie bieten wie Immobilien weitgehende Inflationssicherheit und gelten als bleibende Wertanlagen.
Als Zusammenfassung dieser kleinen Altersvorsorgeempfehlung bleibt festzustellen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt. Als Empfehlung sei gegeben staatlich geförderte Anlageformen zu nutzen und die Rücklagen für die Altersvorsorge sinnvoll auf mehrere Säulen zu stellen. Eine Einschätzung der jeweiligen Situation des Einzelnen ist wichtig und man sollte sie mit einem Fachberater besprechen. Für welche Lösungen man sich bei der Altersvorsorge letztendlich entscheidet, muß man selbst herausfinden. Die Möglichkeit einer Online-Beratung kann dafür genutzt werden und sollte helfen die richtigen Entscheidungen für sich zu treffen.



